Man kann darüber denken, wie man möchte. Ist das ein angemessenes Geschenk oder nicht? Wenn man einen Schritt weitergeht und sich fragt, ob Masken wirklich ein tolles Geschenk sind, denkt man vielleicht: „Nein, das ist nicht so toll. Schokolade wäre viel besser.“ Aber Schokolade erzeugt Karies und legt die Grundlage für Diabetes und andere gesundheitliche Probleme. Vielleicht hat die Mutter auch daran gedacht.
Der entscheidende Punkt, den ich damit machen möchte, und das sage ich, glaube ich, jedes Jahr aufs Neue: Weihnachten ist doch eigentlich eine Zeit der Besinnung und der Liebe. Es gibt so viele Predigten in diese Richtung. Eigentlich sollte es eine Zeit sein, in der das Licht in die Welt gekommen ist. Das Licht. Wir können die Bibel durchforsten und werden dort nicht viel von Geschenken finden, keinen Weihnachtsmann und keinen Weihnachtsbaum. Es soll doch das Fest der Liebe sein.
Alle haben sich ganz doll lieb und wir investieren so viel Liebe jedes Jahr zu Weihnachten. Wir überlegen, was es zu essen gibt, wen wir besuchen können, wen wir einladen müssen, und wenn jemand uns etwas schenkt, müssen wir ihm auch etwas schenken. Wir hoffen, dass uns das Geschenk gefällt und dass unser Geschenk dem anderen gefällt.
Im ganzen Trubel verlieren wir oft den eigentlichen Sinn der Liebe aus den Augen. Würde es nicht bedeuten, dass man sagt: „Ich verbringe persönlich Zeit mit dir, und ich nehme Weihnachten einfach mal zum Anlass, meine Rolle beiseitezulegen und die Geschenke wegzulassen“?
Es gibt keine Geschenke, oder von mir aus doch, aber mit Bedacht. Das ist gefährlich, weil es oft nicht um die Geschenke selbst geht, sondern um die Gedanken und die Liebe, die dahinterstehen
Ich meine, was ist das Entscheidende an diesem Geschenk? Ist das nicht immer so? Früher, als ich selbst ein Kind war, habe ich oft von meiner Oma aus der DDR Socken geschenkt bekommen. Die rochen ganz fürchterlich und waren irgendwie auch so grau, keine richtige Naturwolle oder so. Ich fand, das sprach ja nicht wirklich an. Es war nichts, worüber man sich gefreut hat. Aber der entscheidende Punkt dahinter ist nicht einfach das Geschenk selbst. Der entscheidende Punkt ist eigentlich nur einer, und das bin ich.
Vielleicht kannst du das als Empfänger eines Geschenks, gerade als Empfänger, für dich mal so ein bisschen im Kopf behalten. Es geht nicht darum, dass du die Packung aufmachst und das Geschenk dir dann ganz toll gefällt. Darum geht es überhaupt nicht. Kein bisschen geht es darum. Es geht um einen ganz, ganz anderen Aspekt.
Wenn wir das Thema Liebe mit einbringen, wenn für dich die Geschenke das Wichtigste sind, ist das okay, das ist eine Wahl. Aber wenn es um das Fest der Liebe geht, wäre das vielleicht ein ganz interessanter Ansatz: Der Punkt, um den es doch eigentlich wirklich geht, ist, dass sich ein Mensch Gedanken gemacht hat. Er hat sich Gedanken gemacht, vielleicht schon Wochen oder Monate vorher, und überlegt, was der andere brauchen könnte.
Wir kennen das ja: Ehemänner, die verschwinden gerne mal beim Radfahren. Aber der entscheidende Aspekt ist wirklich der, dass vielleicht die Frau sich dann das ganze Jahr über ein bestimmtes Stück wünscht und warum bekommt sie dann vom Mann die dritte Bratpfanne?
Der entscheidende Aspekt ist, dass der andere Mensch sich Gedanken gemacht hat. Er hat Zeit und Mühe investiert und schon lange vorher überlegt, womit er dem Beschenkten eine Freude machen kann. Wir wissen alle, dass es nicht einfach ist, den Geschmack des anderen zu treffen. Wird es ihm wirklich gefallen?
Ist es nicht eigentlich so, dass die Aufgabe eines Geschenks in dem Moment erledigt ist, in dem ich es übergebe? Dort ist die Aufgabe erfüllt. Ob das Geschenk dann dem Empfänger gefällt oder die passende Größe hat, ist zweitrangig und nicht wirklich wichtig. Ich möchte vielleicht an alle appellieren, die ein Geschenk bekommen: Konzentriert euch darauf, dass sich ein Mensch Mühe gemacht hat. Wenn euch das Geschenk nicht gefällt, weil es die zwanzigste Krawatte ist, dann verschenkt sie doch weiter. Dann könnt ihr immer noch etwas Gutes tun. Aber es gibt überhaupt keinen Grund, enttäuscht zu sein oder die Enttäuschung zu zeigen.
Wenn man merkt, dass ein Geschenk wirklich lieblos ist, weil man jedes Jahr dieselbe Krawatte bekommt, dann ist das etwas anderes. Aber im Allgemeinen sollten wir dahinter schauen. Gerade in der aktuellen Krisenzeit, in der ich jeden Tag mit Menschen spreche, erleben wir die aktuelle Pandemie-Situation, die von Angst beherrscht wird.
Mal ganz ehrlich: Diese Weihnachtsgeschichte mit Jesus und Engeln und dem ganzen Kram, was bedeutet das eigentlich für uns heute? Weihnachten sollte eine Zeit der Besinnung und der Liebe sein, in der wir uns darauf konzentrieren, was wirklich wichtig ist: die Menschen, die sich um uns kümmern, die sich Gedanken machen und ihre Zeit und Energie investieren, um uns eine Freude zu bereiten. Das ist der wahre Geist von Weihnachten
Gott, das ist doch völlig unmodern. Was wir heute brauchen, sind Medikamente, funktionierende Politik, Lohnerhöhungen und eine stabile Börse. Das ist wichtig. Aber der ganze Kram mit Weihnachten, das Licht, das in die Welt gekommen ist – das ist doch 2000 Jahre her. Brauchen wir das heute noch? Beten tun wir doch eigentlich nur, wenn die Not so groß ist, dass uns nichts anderes mehr einfällt.
Aber lasst uns mal einen Moment innehalten. Ja, die modernen Bedürfnisse sind real und wichtig. Doch Weihnachten hat eine tiefere Bedeutung, die vielleicht heute mehr denn je relevant ist. Inmitten von Krisen, Angst und Unsicherheit brauchen wir mehr als materielle Sicherheit. Wir brauchen Hoffnung, Gemeinschaft und das Gefühl, dass jemand sich um uns kümmert.
Das Licht, das in die Welt gekommen ist, symbolisiert genau das: Hoffnung in dunklen Zeiten. Es erinnert uns daran, dass es immer einen Grund zur Hoffnung gibt, auch wenn die Zeiten schwierig sind. Vielleicht glauben nicht mehr viele an die religiösen Aspekte von Weihnachten, aber die Werte, die es vermittelt – Liebe, Fürsorge, Gemeinschaft – sind zeitlos und universell.
Wir mögen heute mehr auf wissenschaftliche und ökonomische Lösungen setzen, und das ist auch gut so. Aber das bedeutet nicht, dass wir die menschlichen und spirituellen Aspekte ganz vernachlässigen sollten. In einer Welt, die oft kalt und materialistisch erscheint, brauchen wir Orte und Zeiten, die uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind, dass wir füreinander da sind und dass Liebe und Mitgefühl nicht aus der Mode kommen.
Vielleicht feiern wir Weihnachten nicht mehr so wie vor 2000 Jahren, aber die grundlegende Botschaft ist immer noch relevant: Inmitten von Dunkelheit gibt es Licht. Inmitten von Schwierigkeiten gibt es Hoffnung. Und inmitten von Einsamkeit gibt es Gemeinschaft. Das ist es, was wir heute brauchen, vielleicht mehr denn je.