Warum Vergebung oft nicht funktioniert – und was wahre Vergebung wirklich bedeutet
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Mehr InformationenWarum Vergebung oft nicht funktioniert: Das Problem ist meistens nicht, dass du nicht vergeben willst. Das Problem ist, dass ein Teil von dir die Verletzung in dir immer noch für wahr hält. Du hast wahrscheinlich schon zigmal versucht, irgendeine Verletzung zu vergeben, die du vielleicht schon seit längerer Zeit mit dir herumträgst. Du bist ein guter Mensch, du willst dich weiterentwickeln, du willst endlich Frieden haben. Und du hast es immer wieder versucht. Aber irgendwo merkst du: Es krummelt immer noch. Es tut immer noch weh. Vielleicht hast du dir sogar gesagt: „Ich vergebe dir.“ Laut, vielleicht im Stillen, für dich allein, vielleicht während einer Meditation. Mit Sicherheit sogar mehrmals. Manche Menschen schreiben auch einen Brief und schicken ihn anschließend nicht ab.
Und trotzdem: Wenn der Name dieser Person fällt, wenn du sie zufällig triffst oder wenn du nachts wach liegst, dann ist es wieder da. Der Groll, der Schmerz, die Wut, die Verletzung. Der ganze Film läuft wieder ab. Und dann kommt noch etwas dazu, das es doppelt so schwer macht: Du machst dir selbst Vorwürfe, weil du immer noch nicht vergeben hast. Du weißt, du solltest es eigentlich tun, aber du bekommst es einfach nicht hin. Als wäre das ein weiterer Beweis dafür, dass du mal wieder auch in deiner spirituellen Entwicklung versagt hast.
Ich sage dir heute, warum das kein Versagen ist – und warum die Art, wie uns Vergebung meistens beigebracht wird, von Grund auf missverstanden wird.
Das klassische Bild von Vergebung
Wir sind normalerweise mit einem ganz bestimmten Bild von Vergebung aufgewachsen. Es gibt viele bekannte Vergebungstechniken und Methoden, die aber interessanterweise ebenfalls von diesem Bild ausgehen. Auf den ersten Blick fühlen sie sich oft ganz toll an. Aber wenn du wirklich tiefer gehst, wenn du dein Thema danach noch einmal ansiehst, wirst du vielleicht merken: Ja, es fühlt sich zwar besser an – aber wahre Vergebung ist tatsächlich noch nicht passiert.
Die meisten Menschen halten Vergebung für einen Akt der Großzügigkeit. Für etwas, das ein guter, moralisch reifer Mensch eben tut. Du vergibst – und damit geht es dir besser. Du scheinst also über der Situation zu stehen. Und damit stehst du natürlich auch über dem anderen. Denn der andere ist der Schuldige, während du dich über ihn erhebst und sagst: „Na ja, du hast mir wehgetan, du hast mir Unrecht getan. Aber ich vergebe dir.“Da brauchst du nur einmal hineinzuspüren, wie sich das anfühlt.Und das ist schon der erste Denkfehler.
Wenn Vergebung eine moralische Leistung wäre, dann hätten wir eine Ungleichstellung mit dem anderen. Wir erhöhen uns über ihn. Vorher war ich das Opfer und jetzt bin ich der Gute – und du bist der Böse. Wenn du dir nicht sicher bist, wie das bei deinen eigenen Vergebungsfällen ist, dann spür einmal hinein: Hältst du den anderen immer noch für den Täter? Bist du die Person, die großzügig vergibt? Das entspricht nicht der Aussage: Vor Gott sind alle Menschen gleich.
Für die meisten Menschen ist es so, dass sie in dem Moment, in dem sie sagen „Ich vergebe dir“, eigentlich immer noch meinen: „Ich sehe das weiterhin so, dass du etwas Falsches getan hast und ich bin das Opfer. Aber aus meiner fortgeschrittenen, entwickelten Position heraus lasse ich einmal Gnade walten.“ Das fühlt sich im ersten Moment sicherlich gut an. Aber es funktioniert nicht dauerhaft, weil die Schuld dabei einfach nicht getilgt wird.
Vergebung ist keine verdeckte Verurteilung
Wenn wir mit den Worten von Ein Kurs in Wundern sprechen, dann bedeutet das: Du hältst das, was passiert ist, weiterhin für real. Du kannst meditieren und du kannst Lektionen machen noch und nöcher. Solange du diesen Punkt nicht überwunden hast, wirst du nicht wahrhaftig in den Frieden kommen. Es wird sich vielleicht ein bisschen leichter anfühlen. Aber der Weg zum wahrhaftigen Frieden ist noch sehr weit, weil die Verletzung für dich immer noch wahr ist. Und das gilt auch dann, wenn du jahrelang Therapie machst, weil etwas Schlimmes vorgefallen ist.
Solange diese Verletzung für dich die Wahrheit ist, wirst du aus diesem Teufelskreis nicht herauskommen. Du bleibst für immer das Opfer und der andere bleibt für immer der Täter. Du warst gnädig und hast dich entschieden, es dem anderen nicht mehr wirklich vorzuwerfen. Aber ich wiederhole es noch einmal: Das ist keine Vergebung.
Das ist eigentlich nur eine verdeckte Verurteilung. Und das ist nicht das, was beispielsweise Jesus meinte, als er sagte: „Vergib deinem Bruder 7 x 70 mal.“ Damit meinte er nicht, dass du dich durch Vergebung über den anderen erhöhen sollst.
Eine andere Definition von Vergebung
Ein Kurs in Wundern hat eine völlig andere Definition von Vergebung. Die Vergebung, die wir dort lernen, ist keine moralische Leistung. Damit hat sie überhaupt nichts zu tun. Es geht vielmehr um eine Richtigstellung, um eine Veränderung deiner Wahrnehmung.
Es geht nicht darum, dem anderen etwas zu erlassen oder eine Untat gutzuheißen. Es geht darum zu erkennen, dass das, was ich gesehen habe, nicht die ganze Wahrheit war. Und damit wollen wir nicht sagen, dass nichts passiert ist. Es heißt nicht, dass du die Handlung jetzt gutheißen musst oder dass du sie irgendwie negieren musst. Es geht nicht darum zu sagen: „Es hat niemals stattgefunden.“
Es bedeutet vielmehr zu erkennen, dass der andere Mensch, genau wie du, aus Angst heraus gehandelt hat. Und ja, das gilt tatsächlich in jedem Fall. Denn ein Mensch, der wirklich in sich ruht, der keine Angst hat und der in seiner Mitte ist, wird einem anderen niemals wehtun.
Wenn jemand dir etwas Unangenehmes angetan hat, dann sitzt er selbst im Schmerz. Das bedeutet nicht, dass du das Verhalten gutheißen musst. Aber es eröffnet eine andere Perspektive auf den Menschen, der hinter dieser Handlung steht.
Was passiert, wenn wir den anderen wirklich sehen?
In meinen telefonischen Beratungen erlebe ich, dass genau das sehr häufig ein entscheidender Punkt ist. Ich weise meine Klienten dann gerne einmal darauf hin: Schau doch einmal hin, wie der andere sich wirklich fühlt. Wir können das teilweise sogar per Zoom mit einfachen Aufstellungen sehr klar aufzeigen. Und dann sieht man auf einmal den Schmerz der anderen Person.
Es ist gar nicht so selten, dass der Betroffene oder die Betroffene dann sagt: „Ja, aber mein Schmerz ist mir wichtiger.“ Gut, das muss man natürlich selbst entscheiden. Aber es ist zunächst einmal der erste Schritt, dass ich überhaupt bereit bin, den anderen Menschen einmal wirklich zu sehen.
Ich kenne das beispielsweise von meinem Vater. Natürlich hatte auch ich Themen mit meinen Eltern. Wie sollte es anders sein? Irgendwann habe ich mich einmal mit dem Hintergrund meines Vaters auseinandergesetzt. Ich bin zu seinem Geburtsort gefahren und habe mit seiner Schwester gesprochen. Und ich war völlig schockiert über das, was sie mir erzählt hat und darüber, was er als Kind erlebt hatte.
Das war der Moment, in dem ich ihm nicht mehr böse sein konnte. Es ging einfach nicht mehr. Denn jedes Mal, wenn ich einen Vorwurf hatte, jedes Mal, wenn ich dachte: „Jetzt verhält er sich aber nicht korrekt“ – es war gar nicht so schlimm, muss ich dazu sagen, aber es gibt ja immer solche Punkte –, dachte ich an die Bilder, die ich gesehen hatte und daran, wie es ihm als kleines Kind gegangen war.
Und dann war einfach klar, warum er sich so verhält. Ich musste ihm nicht mehr vergeben. Ich konnte ihm nicht mehr böse sein. Natürlich hatte ich immer noch Schmerz, wenn irgendetwas nicht richtig lief. Aber ich konnte keine Schuldzuweisung mehr machen. Dieses „Ich vergebe dir“ war plötzlich völlig obsolet. Es hatte sich sofort aufgelöst.
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Menschen handeln aus ihrem eigenen Schmerz heraus
Es gibt kaum einen Menschen, der nicht eine Menge ungelösten Schmerz mit sich herumträgt. Menschen, die anderen Menschen wehtun, tun das nicht unbedingt aus einer bösen Absicht heraus. Sie tun es aus einem Ort tiefer innerer eigener Not. Und das verändert alles – natürlich nur, solange du bereit bist, auch hinzuschauen.
Es geht dann auf einmal nicht mehr darum, ob du großzügig genug bist, um zu verzeihen. Es geht darum, ob du bereit bist, wirklich hinzuschauen und dein Herz zu öffnen. Denn irgendjemand muss damit anfangen. Wenn der andere es schon nicht kann, wenn der andere aus lauter Schmerz um sich schlägt, dann ist es genau deine Chance, den ersten Schritt zu tun.
Warum „Loslassen“ allein nicht funktioniert
Und jetzt kommt der Teil, der die meisten Menschen betrifft, die es bereits mit der althergebrachten Form der Vergebung versucht haben. Du hast dir vermutlich schon einmal gesagt: „Ich müsste das jetzt irgendwie loslassen“ oder „Ich sollte das jetzt doch endlich mal vergeben.“
Dann hast du dich vielleicht zusammengerissen und versucht, deine Wut, deinen Schmerz oder deine Verletzung wegzudrücken. Du hast versucht, das Gefühl zu übergehen oder dich mental dazu zu zwingen: „Ich lasse das jetzt einfach los.“
Vielleicht hast du versucht, dich dieser Person gegenüber freundlich zu benehmen, vielleicht sogar freundlich über sie zu denken. Du hast positive Gedanken angewendet. Aber was ist passiert? Vielleicht gab es Momente der Erleichterung, in denen du dachtest: „Ja, fühlt sich gut an.“ Und trotzdem kam es am nächsten Tag wieder hoch. Manchmal sogar stärker als vorher.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Es gibt einen Teil in dir, der sich total auf die Verletzung konzentriert und den Hintergrund dafür völlig ausblendet.
Wenn wir mit Ein Kurs in Wundern sprechen, geht es um die Frage, warum diese Form der Verletzung für wahr gehalten wird. Und das möchte ich noch einmal etwas genauer erläutern.
Was bedeutet es, dass die Verletzung „nicht wahr“ ist?
Das hat eigentlich zwei Komponenten. Das eine ist, dass ich die andere Person – den vermeintlichen Täter – mit anderen Augen sehe. Der zweite Punkt ist die Frage nach Wahrheit und Nicht-Wahrheit.
Letztendlich heißt es: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Das bedeutet, dass wir eigentlich auf einer Geistebene existieren. Man könnte sagen, wir existieren auf zwei Ebenen: einmal auf der körperlichen Ebene und einmal auf der geistigen Ebene.
Wenn ich mich auf die körperliche Ebene konzentriere, dann werden Angriff und Verletzung automatisch zur Folge. Es wird immer einen Stärkeren und einen Schwächeren geben. Es wird immer einen Täter und ein Opfer geben. Auf der rein geistigen Ebene sind wir alle gleich. Da gibt es keinen Unterschied.
Und genau das ist es, was der Kurs damit meint, wenn er sagt, dass es am Ende nicht die Wahrheit ist. Die Wahrheit ist: Du bist ein geistiges Wesen. Irgendwann legst du deinen Körper ab. Was bestehen bleibt, ist diese geistige Ebene. Und auf der Ebene des Geistes kann Geist nicht verletzen und Geist kann auch nicht verletzt werden.
Wenn wir bewusst versuchen loszulassen oder irgendeine Vergebungstechnik anzuwenden, sind wir häufig noch vollständig auf der körperlichen Ebene. Wir versuchen mit unserem Kopf, mit unserem Verstand, ein Ergebnis zu erzwingen, von dem wir glauben, dass es irgendwie gut wäre. Aber wir haben die Wahrheit noch nicht gesehen.
Wir haben uns nicht darauf konzentriert, dass wir sagen: „Ja, eigentlich bin ich ja nicht der Körper.“ Was sich gerade verletzt fühlt, das ist der Körper. Es ist mein Verstand, der sich verletzt fühlt.
Das hat eigentlich zwei Komponenten. Das eine ist, dass ich die andere Person – den vermeintlichen Täter – mit anderen Augen sehe. Der zweite Punkt ist die Frage nach Wahrheit und Nicht-Wahrheit.
Letztendlich heißt es: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Das bedeutet, dass wir eigentlich auf einer Geistebene existieren. Man könnte sagen, wir existieren auf zwei Ebenen: einmal auf der körperlichen Ebene und einmal auf der geistigen Ebene.
Wenn ich mich auf die körperliche Ebene konzentriere, dann werden Angriff und Verletzung automatisch zur Folge. Es wird immer einen Stärkeren und einen Schwächeren geben. Es wird immer einen Täter und ein Opfer geben. Auf der rein geistigen Ebene sind wir alle gleich. Da gibt es keinen Unterschied.
Und genau das ist es, was der Kurs damit meint, wenn er sagt, dass es am Ende nicht die Wahrheit ist. Die Wahrheit ist: Du bist ein geistiges Wesen. Irgendwann legst du deinen Körper ab. Was bestehen bleibt, ist diese geistige Ebene. Und auf der Ebene des Geistes kann Geist nicht verletzen und Geist kann auch nicht verletzt werden.
Wenn wir bewusst versuchen loszulassen oder irgendeine Vergebungstechnik anzuwenden, sind wir häufig noch vollständig auf der körperlichen Ebene. Wir versuchen mit unserem Kopf, mit unserem Verstand, ein Ergebnis zu erzwingen, von dem wir glauben, dass es irgendwie gut wäre. Aber wir haben die Wahrheit noch nicht gesehen.
Wir haben uns nicht darauf konzentriert, dass wir sagen: „Ja, eigentlich bin ich ja nicht der Körper.“ Was sich gerade verletzt fühlt, das ist der Körper. Es ist mein Verstand, der sich verletzt fühlt.
Ein Beispiel: Die Frau, die ihrer Schwester nicht vergeben konnte
Hier ist ein Beispiel, das mir gerade einfällt. Es geht um eine Frau, die ich einmal begleitet habe. Nennen wir sie Petra.
Sie war ungefähr Mitte 50 und kam zu mir, weil sie mit ihrer Schwester seit Jahren nicht gesprochen hatte. Sie konnte ihr einfach nicht vergeben. Es ging um eine alte Geschichte, ich weiß nicht mehr genau, ich glaube, es war irgendetwas mit einer Erbschaft.
Was bei ihr geblieben war, war ein starkes Gefühl von Verrat. Sie fühlte sich total verraten. Sie hatte sich bereits viel informiert und wollte endlich wieder in Frieden kommen. Sie hatte sich Sätze aufgeschrieben wie: „Ich lasse los und ich vergebe.“ Sie hatte hawaiianische Vergebungsrituale gemacht.
Aber jedes Mal, wenn wieder Weihnachten war und die Familie zusammenkam, kam natürlich diese Anspannung wieder hoch. Das Thema war immer noch präsent.
Es war ja nicht so, dass sie nicht wollte. Sie wollte sich wirklich von ihrem Groll befreien. Sie wollte sich erlösen. Aber sie hatte diesen Kontakt zu ihrer Mitte, zu ihrem höchsten Selbst, nicht. Sie war immer noch absolut auf der Verstandesebene, auf der Kopfebene.
Und das hatte bei ihr etwas ausgelöst wie: „Ich bin es nicht wert. Ich bin nicht wichtig.“ Darauf war ihr Glaube unbewusst immer noch fokussiert. Die Verletzung war für sie absolut real. Und deswegen war es vollkommen unmöglich.
Solange ich mich als Körper definiere, also als verletzliches Wesen, als jemand, der sagt: „Ich werde nicht wichtig genommen“, solange funktioniert Vergebung nicht.
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Drei Schritte, die Vergebung auf eine neue Ebene bringen
Ich zeige dir jetzt drei Schritte, die dir helfen können, diesen Vergebungsprozess wirklich auf eine neue Ebene zu bringen.
Jetzt wird es praktisch. Du kannst es gleich mitmachen. Ich mache es ein bisschen langsamer – oder du machst es anschließend in Ruhe. Aber ich empfehle dir: Versuch einfach einmal, mitzugehen.
Schritt 1: Erkenne den Schmerz an
Nimm eine Person, mit der du ein Thema hast, und stelle sie dir vor deinem inneren Auge vor. Ich empfehle, dabei die Augen zu schließen. Und dann sieh dir noch einmal die Verletzungen an, die stattgefunden haben. Erkenne sie an. Ja, es hat wehgetan, ganz definitiv. Das ist so. Fühle noch einmal den Schmerz. Wir wollen jetzt nicht versuchen, das irgendwie positiv zu reframen oder schönzureden oder schönzudenken. Da war Schmerz, und auch dieser Schmerz hat ein Recht, gesehen zu werden. Fühle, wie sich das für dich angefühlt hat, ohne irgendetwas zu beschönigen.
Und dann stell dir einmal die Frage: Was habe ich mir in diesem Moment eigentlich über mich selbst erzählt? Wenn du dich beispielsweise, wie Petra, nicht gesehen gefühlt hast, dann ist es die Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst: „Ich werde einfach nicht gesehen.“ Oder: „Ich kann mich einfach nie durchsetzen.“ Oder: „Mir passiert das immer wieder.“ Vielleicht auch: „Es liegt wahrscheinlich an meiner Kindheit.“ Was ist also die Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst? Dass du nicht wichtig bist? Dass du nicht sicher bist? Vielleicht, dass du nicht liebenswert bist?
Und das, was wirklich weh tut, möchte ich, dass du dir jetzt einmal bewusst machst, ist nicht das Erbe, das du nicht bekommen hast. Das ist nicht der eigentliche Punkt. Der Punkt, der wirklich weh tut, ist die Bedeutung, die du dem Ganzen gibst. „Ich werde hier nicht gesehen.“ „Ich werde hier nicht gerecht behandelt.“ Das ist der eigentliche Schmerz.
Schritt 2: Sieh den anderen Menschen mit anderen Augen
Jetzt gehen wir zum zweiten Schritt. Sieh diese andere Person, die selbst nicht in ihrer Mitte ist und aus ihrer eigenen Angst heraus handelt. Das soll kein Freispruch sein. Es geht nur darum, einen Wechsel der Perspektive hineinzubringen. Frag dich also beispielsweise: Welche eigene Angst, welcher eigene Schmerz, welche eigene Beschränkung könnte diese Person dazu gebracht haben, so zu handeln? Wenn ich wüsste, warum die Person so gehandelt hat – was würde ich dann sehen?
Die meisten Menschen wissen das tatsächlich sehr gut. Sie wissen oft ganz genau, warum die andere Person so handelt. Bei Petra, unserer Beispiel-Dame, war es die Erkenntnis, dass ihre Schwester selbst aus einer tiefen Existenzangst heraus gehandelt hatte und nicht aus Bosheit gegenüber Petra, sondern aus einem verzweifelten Versuch, sich selbst abzusichern. Das ändert natürlich nichts an der Handlung. Wie gesagt, wir wollen das nicht beschönigen. Aber es verändert deine Wahrnehmung.
Schritt 3: Gib dir selbst die Bedeutung zurück
Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Gib dir selbst die Bedeutung zurück, anstatt sie bei dem anderen zu lassen. Solange die Bedeutung „Ich bin nicht wichtig“ oder „Ich bin nicht sicher“ im Außen verankert ist, solange du das immer wieder daran festmachst, wie du von außen behandelt wirst, bist du natürlich auch von den Reaktionen des Außen abhängig, wenn du irgendwie frei werden möchtest.
Erst wenn du erkennst, dass dieser Glaubenssatz über dich selbst nicht durch die andere Person entstanden ist, sondern dass du ihn eigentlich in dir selbst trägst, dass du ihn unbewusst gewählt und festgehalten hast, kannst du diesen Glaubenssatz loslassen. Indem du erkennst, dass all die Geschichten, die du dir über dich selbst erzählst, nicht wahr sind.
Und das ist der Punkt, an dem Vergebung wirklich beginnt, an dem sie ganz automatisch da ist. Du brauchst dann eigentlich gar nichts mehr zu machen. Du hast dem anderen nichts erlassen, darum geht es nicht. Du hast dich selbst zurück in deine Mitte gebracht. Dann gibt es diese Diskrepanz nicht mehr von wegen: „Ich vergebe dir, ich bin besser als du.“ Das gibt es nicht mehr.
Wir existieren letztendlich beide auf dieser Geistesebene. Und wir sind auf dieser Geistesebene gleich. Auf dieser Geistesebene ist tatsächlich nie etwas passiert. Ich verbinde mich mit dir. Und auf diese Art und Weise wird der andere sogar zu deinem Lehrer und zu deinem Heiler.
Vielleicht ist Vergebung bisher nur ein Gedanke gewesen
Und wenn du magst, dann frag dich jetzt einfach noch einmal: Bei welchen Menschen in deinem Leben merkst du, dass Vergebung – also das, was du bisher so geübt hast – eigentlich nur ein Gedanke geblieben ist? Vielleicht ein Satz, den du gesagt hast, aber nicht wirklich gefühlt hast.
Kein Grund zur Selbstkritik. Es ist einfach nur ein Hinweis darauf, wo noch ein Teil in dir darauf wartet, gesehen zu werden.
Vergebung, wahre Vergebung, funktioniert nur aus einem friedlichen Geist heraus. Und genau diesen friedlichen Geist zu erreichen – nicht als irgendeine Theorie, sondern als echten inneren Zustand, den du auch im Alltag halten kannst – das zeige ich dir in einem kostenlosen Quantum Diamond Webinar.
Wenn du das Gefühl hast: „Ich verstehe zwar die Idee der Vergebung, aber ich komme innerlich nicht wirklich zur Ruhe“, dann ist dieses Webinar genau für dich gemacht. Dort zeige ich dir den Weg zu deiner Mitte. Der Link, wie gesagt, befindet sich unter der Beschreibung.
Und schreib mir bitte einmal in die Kommentare: Bei wem merkst du gerade, dass die Vergebung noch aussteht?
Ich lese deine Kommentare. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
Bis zum nächsten Mal.
Dein Andreas Frenzel
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