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Ein Kurs in Wundern – Lektion 8

Ein Kurs in Wundern, Lektion 8

»Mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt«

Wenn man es genau nimmt, hätten wir eigentlich überhaupt keine Probleme, wenn wir endlich einmal damit aufhören würden, nach-zu-denken.

Ein Krishna Jünger formulierte es sinngemäß einmal so: Wenn Sie ein Problem haben und wissen, dass Sie es lösen können, dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, nicht wahr!? Wenn Sie ein Problem haben und keine Ahnung, wie Sie es lösen können, dann brauchen Sie sich auch keine Sorgen zu machen, denn diese bringen Sie der Lösung nicht näher. 

Es gibt also überhaupt keinen Grund, sich jemals irgendwelche Sorgen zu machen.

Sorgen entstehen immer in unserem Kopf, in unseren Gedanken. Und wie oft haben Sie sich schon Sorgen gemacht, nur um anschließend festzustellen, dass diese vollkommen überflüssig waren. Selbst, wenn das schlimmste, zu befürchtende »Unglück« eingetreten ist, haben Ihnen Ihre Gedanken vielleicht Magengeschwüre bereitet. Aber sie haben Sie mit Sicherheit nicht weiter gebracht.

Doch kommen wir zurück zu Lektion 8 aus »Ein Kurs in Wundern«.

»Mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt«

Es ist wichtig, zu verstehen, dass jegliche Gedanken, die wir denken, immer mit der Vergangenheit beschäftigt sind.

Sie sehen einen Menschen, eine Situation oder irgendetwas anderes. Und Sie beginnen, darüber nach-zu-denken. (Das Denken kommt immer hinterher)

Automatisch stellt Ihr Verstand Vergleiche an.

Gestern Abend traf ich an der Hotelrezeption einen Mann, der mir auf Anhieb unsympathisch war. Ich konnte nicht wirklich sagen, warum. Er hatte mir nichts getan, wir hatten nicht einmal persönlichen Kontakt. Ich beobachtete ihn einfach nur, während er mit der Rezeptionistin sprach. Während ich ihn beobachtete und meine Antipathie registrierte, beobachtete ich auch mein eigenes Denken.

Ständig suchte mein Verstand nach alten Erfahrungen und Erinnerungen mit Menschen, die so ähnlich aussehen, ähnlich sprechen und sich ähnlich verhalten hatten. 

Anstatt diesem Menschen völlig offen und frei zu begegnen, ging mein Geist automatisch in einen Vergleichsmodus. 

Das ist nichts, wofür man sich verurteilen muss. Denn es ist ein Automatismus unseres Verstandes und der ist auch nicht unwichtig. Wenn Sie eine rotglühende Herdplatte sehen, hilft diese Vorgehensweise Ihnen nämlich, die aktuelle Situation mit ähnlichen Situationen aus der Vergangenheit abzugleichen. »Herdplatte« erinnert Sie an »heiß« und »rotglühend« bestätig das noch einmal. Also machen Sie lieber einen Bogen drum herum.

Es macht also keinen Sinn, dieses Denken bei uns selbst zu verteufeln. Lektion 8 aus »Ein Kurs in Wundern« möchte uns vor allem darauf hinweisen, dass es so ist.

Die Folge dieses Denkens ist, dass wir nicht wirklich die Gegenwart sehen. Ja, es geht sogar so weit, dass, wenn Sie in den Spiegel sehen, Sie das Ergebnis dessen sehen, was Sie »gestern« (oder kurz vorher) gedacht und empfunden haben. Vielleicht sehen Sie ein sorgenvolles Gesicht oder Freude. Ausdruck der Gedanken, die schon vergangen sind.

»Ein Kurs in Wundern« geht noch einen Schritt weiter: »Niemand sieht wirklich etwas.«

Das ist eine sehr weitreichende Aussage. Rein biologisch gesehen kann unser Geist die absolute Gegenwart gar nicht erfassen. 

Hinzu kommt, dass die Vergangenheit gar nicht existiert. Sie ist aus und vorbei. 

Jeder gegenwärtige Augenblick vergeht im Augenblick seines Entstehens. 

Das mag wie Rosinenzählerei klingen. Aber für unsere spirituelle Entwicklung ist es wirklich wichtig zu begreifen. 

Da jeder Augenblick im Moment seiner Entstehung schon wieder vergangen ist, gibt es in Wahrheit gar keine Gegenwart. Auch gibt es keine Vergangenheit (man kann sie nirgend finden, außer in unseren Gedanken) und keine Zukunft, denn diese ist noch nicht existent. Zusammengefasst gibt es also keine Zeit. Und wenn es keine Zeit gibt, kann es auch dieses Universum nicht wirklich geben (können Sie noch?). Es ist im Moment seiner Entstehung bereits wieder in der Vergangenheit versunken – und diese existiert ja nicht.  🙂

Die Religionen behaupten immer wieder, dass die Welt eine Illusion ist. Und wenn Sie sich darüber klar werden, dass jeder Augenblick im Moment des Entstehens schon wieder Vergangenheit ist, Vergangenheit aber nirgends mehr auffindbar ist, bekommt man plötzlich eine Idee davon, dass diese Welt nicht wirklich existiert.

Unsere gesamte Welt ist nichts anderes, als eine Erfindung in unserem Geist.

Stehen Sie doch einmal auf und gehen Sie 2-3 Schritte durch ihr Zimmer. Der erste, der zweite und auch schon der dritte Schritt liegen in der Vergangenheit. Unwiederbringlich verloren. Ihr Geist kann sich erinnern, dass da mal etwas war, eine Bewegung. Aber Sie können diesen Moment nie wieder zurückholen.

Auch wenn Sie einfach nur still dasitzen, ist die letzte Sekunde unwiederbringlich verloren. Sie ist nicht mehr reproduzierbar. Wenn Sie sich beim Sitzen selbst beobachten, können Sie eigentlich immer nur die Vergangenheit sehen, da die Gegenwart im Moment des Entstehens ja schon wieder vergangen ist.

Da die Vergangenheit aber auch nicht existiert, beschäftigt sich Ihr Geist eigentlich mit NICHTS.

Wenn Sie diesen Gedankengängen einigermaßen folgen können, stellen Sie vielleicht fest, dass bereits Stille in Ihren Geist einkehrt.

Stille ist Friede, ist Unendlichkeit, ist der Vorbote zur Schau.

In »Ein Kurs in Wundern« geht es immer wieder um die Schau. Diese Schau ist nicht mit unserem physischen Sehen zu vergleichen. Es ist eher eine Form innerer Wahrnehmung oder das Bewusstsein, dass letztlich alles reiner Geist  ist.

Lektion 8 aus »Ein Kurs in Wundern« dient dazu, uns daran zu erinnern, dass unsere Gedanken sich eigentlich um Nichts drehen. Was auch sehr an die vierte Lektion erinnert: »Diese Gedanken haben keinerlei Bedeutung«.

Immer wieder versuchen Menschen mühsem, frei von Gedanken zu werden. Doch das funktioniert gar nicht. Die Aufgabe des Verstandes ist es nun mal zu denken. Wichtig ist für uns vielmehr, dass wir aufhören, unseren Gedanken soviel Bedeutung zu schenken.

Um dieses Prozess ein wenig zu trainieren, nehmen Sie sich mehrmals täglich ein wenig Zeit. 1-2 Minuten reichen aus.

Beobachten Sie Ihre Gedanken und registrieren Sie:

»Ich scheine gerade über …. (Hund/ Katze/ Maus/ Partner/ das Wetter) nachzudenken.«

Erinnern Sich sich dann daran: »Alle meine Gedanken beschäftigen sich mit der Vergangenheit.«

»Die Vergangenheit existiert nicht mehr«

»Also beschäftige ich mich eigentlich mit Nichts«

»Meine Gedanken haben keinerlei Bedeutung«

Und genießen Sie die dadurch aufkeimende Entspannung

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