Du musst Deine Kindheit nicht aufarbeiten

Du musst Deine Kindheit nicht aufarbeiten und auch nicht ständig an dir arbeiten

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Vor 20 Jahren hätte ich dir ziemlich genau erklären können, was du tun musst, damit sich dein Leben verändert. Du musst deine Kindheit aufarbeiten. Deine Glaubenssätze finden. Deine Blockaden lösen. An dir arbeiten. Möglichst gründlich, denn irgendwo gibt es ja immer noch eine Baustelle.

Ich war von diesen Sätzen überzeugt. Nicht nur ein bisschen. Sondern richtig. Ich dachte, ich hätte genug Ausbildungen absolviert, genügend Bücher gelesen, mit Menschen gearbeitet.

Heute sehe ich vieles anders.

Nicht weil die Vergangenheit bedeutungslos wäre. Und auch nicht, weil Therapie, Selbsterfahrung oder persönliche Entwicklung plötzlich überflüssig geworden wären. Sondern weil ich über Jahrzehnte mit Menschen gearbeitet habe, die sich nicht an meine schönen Theorien hielten. Unverschämt eigentlich.

Du entwickelst ein schlüssiges Modell darüber, wie Heilung und Veränderung funktionieren. Dann sitzt dir jemand gegenüber, bei dem dieses Modell nicht funktioniert. Nun kannst du dem Menschen erklären, dass er es falsch macht. Sehr beliebt – nicht nur in der spirituellen Szene. Oder du überprüfst dein Modell.

Heute glaube ich: Erfahrung bedeutet nicht, auf alles eine Antwort zu haben. Erfahrung bedeutet, bereit zu sein, eine alte Antwort zurückzunehmen.
Und eine dieser alten Antworten lautet: Du musst erst deine Kindheit aufarbeiten, bevor du frei sein kannst.

Was bedeutet es, die Kindheit aufzuarbeiten?

Die eigene Kindheit aufzuarbeiten kann sehr hilfreich sein. Du erkennst, woher bestimmte Reaktionen kommen. Warum ein beiläufiger Satz deines Partners plötzlich Alarm auslöst. Warum du dich ständig beweisen musst. Warum Ablehnung sich nicht wie eine kleine Enttäuschung, sondern gleich wie eine Katastrophe anfühlt.

Deine Vergangenheit kann erklären, warum du heute auf eine bestimmte Weise denkst, fühlst oder handelst. Das ist durchaus wertvoll. Problematisch wird es allerdings, wenn daraus ein Gesetz entsteht: Erst wenn du jedes Erlebnis verstanden, beweint, vergeben und feierlich verabschiedet hast, darfst du frei sein. Dann wird aus Selbsterkenntnis schnell seelische Archäologie. Du gräbst und gräbst. Unter einem Glaubenssatz liegt noch einer. Darunter wartet die Familiengeschichte. Dann kommen die Ahnen. Und wenn es ganz schlecht läuft, warst du in einem früheren Leben auch noch schuld.

Mit 66 Jahren ist dann nicht selten immer noch die Mama verantwortlich. Irgendwann sollten wir der armen Frau auch mal Feierabend gönnen.

Anstatt dich ständig mit deiner Vergangenheit zu beschäftigen, lerne in der Gegenwart die Liebe zu finden:

Deine Vergangenheit erklärt dich – aber sie definiert dich nicht

Angenommen, dein Partner sagt: „Du hörst mir nie zu.“ Innerhalb einer halben Sekunde bist du innerlich nicht mehr in deiner Küche, sondern wieder acht Jahre alt. Du verteidigst dich, wirst laut oder ziehst dich zurück. Natürlich kannst du untersuchen, wer diesen Satz früher zu dir gesagt hat. Das kann etwas verständlich machen und Druck herausnehmen.

Du kannst aber auch jetzt bemerken: Interessant. Da fällt ein Satz – und ich mache daraus sofort den Beweis, dass mit mir etwas nicht stimmt. Genau dort liegt eine Tür Freiheit beginnt nicht erst dann, wenn du deine Vergangenheit perfekt rekonstruiert hast. Sie beginnt in dem Moment, in dem du erkennst, dass gerade eine alte Reaktion abläuft, ohne sie automatisch für die Wahrheit zu halten.

Deine Geschichte hat dich geprägt. Aber sie ist nicht deine Identität. Die Vergangenheit darf eine Tür öffnen. Sie muss jedoch nicht zu dem Haus werden, in dem du für den Rest deines Lebens wohnst.

Wann es sinnvoll ist, die Kindheit aufzuarbeiten

Aber wir wollen nicht gleich das nächste starre Konzept erfinden: „Andreas sagt, Vergangenheit ist unwichtig.“ Nein.

Es kann sehr sinnvoll sein, die Kindheit aufzuarbeiten, wenn alte Erfahrungen deinen Alltag massiv bestimmen, Beziehungen immer wieder an denselben Punkten scheitern oder dich Erinnerungen und Gefühle überwältigen. Bei schweren Verletzungen, Traumafolgen oder anhaltender psychischer Belastung gehört fachkundige therapeutische Unterstützung dazu.

Du merkst, da gibt es einiges bei dir zu tun? Gerne stehe ich dir zur Seite (hier klickten)

Der entscheidende Unterschied liegt in der Absicht. Schaust du zurück, um etwas besser zu verstehen und heute freier entscheiden zu können? Oder gräbst du weiter, weil du glaubst, erst vollständig repariert werden zu müssen?

Das Erste kann befreien. Das Zweite hält den Mangel in deinem Leben nur aufrecht.

Warum ständige Selbstoptimierung so erschöpfend ist

Damit kommen wir zum zweiten Irrtum: Du musst dein Leben lang an dir arbeiten. Die Grundidee klingt vernünftig: Mit mir stimmt etwas nicht. Also arbeite ich an mir, bis es stimmt.

Seminare, Bücher, Meditation, Therapie, Coaching, Atemtechniken, Morgenroutinen. Mehr Gelassenheit. Weniger Angst. Mehr Erfolg. Weniger Ärger auf der Autobahn. Gerade der letzte Punkt erweist sich als erstaunlich hartnäckig. Natürlich können all diese Dinge hilfreich sein. Der Haken ist nicht die Methode. Der Haken ist die Identität, von der aus du sie benutzt.

Wenn du dich für einen beschädigten Menschen hältst, der repariert werden muss, wird selbst deine spirituelle Praxis zum reinen Reparaturbetrieb. Räucherstäbchen an. Mantra gechantet. Mangelverwaltung läuft auf vollen Touren. Während du daran arbeitest, endlich in Ordnung zu sein, bestätigst du dabei nur jeden Tag denselben Satz: So, wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung.

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Selbstoptimierung stoppen heißt nicht, stehen zu bleiben

Die Selbstoptimierung zu stoppen bedeutet nicht, dass du nichts mehr lernen, verändern oder üben darfst. Es bedeutet auch nicht, dass du jede unangenehme Gewohnheit zur authentischen Persönlichkeit erklärst.

„So bin ich eben“ ist manchmal Selbsterkenntnis. Manchmal ist es einfach auch nur Bequemlichkeit mit einem hübschen Etikett. Der Unterschied liegt wieder in der Ausgangsfrage. Fragst du: „Was muss ich verbessern, damit ich endlich genüge?“ Oder fragst du: „Was wäre jetzt ein ehrlicher, hilfreicher Schritt?“

Im ersten Fall kämpfst du gegen dich. Im zweiten Fall übernimmst du Verantwortung, ohne dich zum Problem zu erklären. Veränderung darf aus Klarheit entstehen. Nicht aus Selbstablehnung.

Wer bin ich wirklich?

Wenn du an dir arbeitest, gehst du von einem bestimmten Selbstbild aus, dass du irgendwie verbessern musst – großer Fehler! Die wirklich entscheidende Frage lautet: Wer bin ich wirklich?

Damit meine ich nicht deinen Namen, deinen Beruf oder deine Rollen. Ich bin Andreas. Ich bin Coach. Ich bin Vater. Ich bin freundlich – meistens jedenfalls. Das sind alles nur Beschreibungen einer Person.

Aber wer nimmt diese Person wahr? Gönn dir ein paar Sekunden mit dieser Frage, bevor du weiterliest!

Du bemerkst deine Gedanken. Also bist du nicht der Gedanke. Du nimmst deinen Körper wahr. Du bemerkst Angst, Freude, Ärger und den großartigen Gedanken, spirituell schon ziemlich weit zu sein. Wer oder was nimmt das alles wahr? Sag nicht einfach ich. Wer genau nimmt das wahr?

All diese Dinge befinden sich innerhalb deines BEWUSSTSEINS. Brrr. Großes Wort. Klingt sofort nach weißem Gewand und bedeutungsvollem Blick in die Ferne. Dabei ist es zunächst ganz nüchtern. Alles, was du kennst, erscheint in deinem Bewusstsein: dieser Text, ein Geräusch im Raum, eine Körperempfindung und deine Gedanken darüber, ob das hier vernünftig klingt.

Der Inhalt wechselt. Gedanken kommen und gehen. Gefühle verändern sich. Der Körper verändert sich. Doch die Fähigkeit wahrzunehmen ist bereits da. Dieses Bewusstsein kann man nicht optimieren. Es ist einfach da. Das war es schon immer. Vom ersten Schrei deines Lebens bis zum letzten Atemzug ist das der Teil von dir, der dich ununterbrochen begleitet.

Und wenn du dir einen Moment Zeit nimmst um dort hinzuspüren, wirst du feststellen, dass es sich nie verändert hat. Es ist so etwas wie ein stiller Hintergrund, vor dem sich dein ganzes Leben abspielt.

Eine einfache Übung: Wahrnehmen statt reparieren

Probiere es für einen Moment aus. Nicht glauben. . Überprüfen. Nimm einen Gedanken wahr, der gerade auftaucht. Vielleicht: Wann kommt er endlich zum Punkt? Sehr guter Gedanke. Dann bemerke eine Körperempfindung. Den Kontakt zum Stuhl. Die Hände. Den Atem. Und nun stelle dir nur diese Frage: Was bemerkt das alles? Versuche nicht, eine kluge Antwort zu produzieren. Schau einfach. Da ist ein Gedanke. Da ist eine Empfindung. Und da ist Wahrnehmung.

Dieser kleine Abstand ist dein Tor in die Freiheit. Er zeigt dir dass du nicht mit jedem Gedanken verschmelzen musst. Angst kann da sein, ohne dass du Angst bist. Eine alte Geschichte kann auftauchen, ohne dass sie deine Gegenwart bestimmen muss.

Du musst nicht sofort etwas reparieren. Du darfst zunächst sehen, was gerade geschieht.

Es gibt nicht die eine richtige Form von Heilung

Noch eine Überzeugung habe ich im Lauf der Jahre losgelassen: die Vorstellung, eine einzige Methode müsse für alle Menschen richtig sein. Früher dachte ich in Gegensätzen. Schulmedizin behandelt Symptome, wir kümmern uns um Ursachen. Die einen sind oberflächlich, die anderen haben die tiefere Wahrheit verstanden. Wir sind die wahren Helden – logisch.

Heute halte ich diese Haltung für überheblich und manchmal sogar gefährlich. Wenn ein Haus brennt, kannst du später sehr sinnvoll untersuchen, warum es gebrannt hat. Schlechte Leitungen? Unachtsamkeit? Ein wiederkehrendes Muster? Während das Wohnzimmer in Flammen steht, wäre es trotzdem keine gute Idee, die Feuerwehr wegzuschicken und erst einmal über die geistige Bedeutung des Feuers zu meditieren. Erst löschen. Dann hinschauen. Manchmal auch gleichzeitig.
Wie du mit gesundheitlichen Beschwerden umgehst, hängt sehr von deinem jeweiligen Bewusstseinszustand ab. Fühlst du dich häufig verbunden? Weißt du wovon ich hier spreche, dann wirst du sicher nicht bei jedem kleinen Wehwehchen zum Arzt laufen. Ist dir das alles noch fremd, kann eine solide Diagnose erstmal sehr wichtig sein.

Heute frage ich deshalb nicht mehr: Schulmedizin oder geistige Heilung? Ich frage: Was ist für diesen Menschen jetzt richtig und hilfreich? Das ist weniger spektakulär. Funktioniert aber besser.

Fünf Fragen, die hilfreicher sind als „Was stimmt nicht mit mir?“

  • Was geschieht gerade tatsächlich – und was erzählt meine alte Geschichte darüber?
  • Hilft mir der Blick in die Vergangenheit jetzt weiter oder hält er mich im Graben fest?
  • Handle ich aus Klarheit oder aus dem Gefühl, nicht gut genug zu sein?
  • Welcher konkrete Schritt ist heute richtig und hilfreich?
  • Wer bin ich, wenn ich den aktuellen Gedanken nicht sofort zu meine Identität mache?

Diese Fragen liefern nicht für jeden Menschen dieselbe Antwort. Genau das ist ihre Stärke.

Du musst nicht erst ein anderer Mensch werden

Vielleicht ist das der größte Unterschied nach all den Jahren. Früher wollte ich möglichst gute Antworten geben. Heute achte ich stärker darauf, von welcher Ebene aus eine Frage gestellt wird.

Bei der Vergangenheit frage ich nicht mehr: Welche alte Geschichte fehlt noch? Ich frage: Was braucht es jetzt? Bei Veränderung frage ich nicht mehr: Wie können wir dich verbessern? Ich frage: Wer bist du wirklich?

Und bei Krankheit frage ich nicht mehr automatisch nach einer einzigen Ursache. Ich frage: Was braucht dieser Mensch jetzt in dieser Situation. Einmal begleitete ich eine Frau mit der Diagnose Brustkrebs. Sie sagte mir klar und deutlich: „Herr Frenzel, ich mache die Chemotherapie. Aber ich möchte, dass Sie mich mit QuantumTAO begleiten.

Mittlerweile ist sie wieder gesund und sie hat die ganze Therapie ohne jede Nebenwirkungen überstanden.

Vielleicht braucht es gerade eine schulmedizinische Begleitung. Vielleicht musst du deine Kindheit nicht vollständig aufarbeiten. Vielleicht musst du die Selbstoptimierung nicht noch effizienter betreiben. Vielleicht liegt der nächste Schritt nicht darin, ein anderer Mensch zu werden. Vielleicht darfst du erkennen, dass du nie nur der Mensch warst, den du bisher für dich gehalten hast.

Wenn dich diese Frage beschäftigt, lade ich dich zu meinem kostenlosen QuantumDiamond-Webinar (hier klicken) ein. Dort bekommst du nicht noch eine Technik für deinen ohnehin schon gut gefüllten Werkzeugkasten. Es geht um die Ebene, auf der du nicht mehr jedem Gedanken glauben und nicht jede alte Geschichte reparieren musst.

Häufige Fragen zum Thema Kindheit aufarbeiten

Muss jeder Mensch seine Kindheit aufarbeiten?

Nein. Es gibt kein allgemeines Gesetz, nach dem jeder Mensch seine gesamte Kindheit aufarbeiten muss. Ein Blick in die Vergangenheit ist hilfreich, wenn er aktuelle Muster verständlich macht und neue Entscheidungen ermöglicht. Er wird problematisch, wenn du glaubst, erst jedes Erlebnis klären zu müssen, bevor du leben darfst.

Wie kann ich meine Kindheit aufarbeiten?

Du kannst wiederkehrende Reaktionen beobachten, Tagebuch führen, mit vertrauten Menschen sprechen oder professionelle therapeutische Begleitung nutzen. Bei schweren Belastungen, Traumafolgen oder überwältigenden Erinnerungen solltest du dir qualifizierte psychotherapeutische Unterstützung suchen und nicht allein experimentieren.

Kann man die Vergangenheit loslassen, ohne alles zu verstehen?

Ja. Vollständiges Verstehen ist keine Voraussetzung für Veränderung. Oft reicht es, ein aktuelles Muster zu erkennen und heute anders damit umzugehen. Loslassen bedeutet dabei nicht, etwas zu leugnen, sondern der Vergangenheit nicht länger automatisch die Führung zu überlassen.

Warum denke ich, dass ich ständig an mir arbeiten muss?

Häufig steckt dahinter die Überzeugung, nicht gut genug oder noch nicht „fertig“ zu sein. Persönliche Entwicklung kann wertvoll sein. Wird sie jedoch von Selbstablehnung angetrieben, entsteht ein endloser Reparaturbetrieb, in dem jedes erreichte Ziel sofort durch das nächste ersetzt wird.

Wie kann ich die Selbstoptimierung stoppen?

Prüfe vor einer neuen Methode oder einem neuen Kurs deine Motivation: Handle ich aus Neugier und Klarheit oder will ich beweisen, dass ich doch noch genüge? Ersetze die Frage „Was stimmt nicht mit mir?“ durch „Was wäre jetzt ein ehrlicher und hilfreicher Schritt?“

Wer bin ich wirklich, wenn ich nicht meine Vergangenheit bin?

Du bist nicht nur deine Geschichte, deine Gedanken oder deine wechselnden Gefühle. Du bist auch das Bewusstsein, in dem all das wahrgenommen wird.

Diese Aussage musst du nicht glauben. Du kannst im gegenwärtigen Moment überprüfen, dass du einen Gedanken wahrnehmen kannst, ohne nur dieser Gedanke zu sein.

Mehr darüber erfährst du im kostenlosen QuantumDiamond Webinar (hier klicken).

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Bild von Andreas Frenzel

Andreas Frenzel

Andreas Frenzel – Spirituelle Begleitung aus Hamburg. Online & persönlich. Dein Weg zu innerem Frieden beginnt hier.

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